Die Macht der kleinen Geste

Hand aufs Herz, wer hat sich nicht schon über ein fremdes Lächeln erfreut während eines Spaziergangs im Park? Wer war noch nie angenehm überrascht, als er von jemand Fremden im Einkaufszentrum an der Kasse einfach vorgelassen wurde, da man nur ein oder zwei Artikel dabei hatte? Wer ist nicht dankbar, wenn dir die Vorfahrt an einer mühsamen Ausfahrt bei hohem Verkehrsaufkommen gewährt wird? Solche Alltagssituationen werden Sie täglich antreffen, versuchen Sie diese Situationen bewusster war zu nehmen und es wird Sie im Herzen erfreuen. Erweisen Sie diesen Menschen ihren Dank, auch wenn es nur mit einem kleinen Lächeln, oder einem kurzen Wink ist. Versuchen Sie diese Momente bewusst zu erleben und sich daran zu stärken, weil genau in der unseren heutigen Zeit solche Situationen leider nicht mehr selbstverständlich sind. Viele Leute sind so sehr mit sich selbst beschäftigt oder gestresst und selbst nur auf den eigenen Vorteil aus, dass leider Gottes kein Platz vorhanden ist für die kleinen Gesten. Beim Autofahren finde ich es persönlich ganz schlimm, Reissverschlusssystem sollte eigentlich jedem der einen Führerschein hat, ein Begriff sein. Nehmen Sie sich kurz Zeit und beobachten Sie viele Autofahrer und Ihr Fahrverhalten. Grundsätzlich finde ich immer nur ein Wort dafür: egoistisch. Absichtlich keinem anderen Auto die Vorfahrt gewähren damit man 5 Sekunden schneller am Ziel ist, ich meine Hallo? Wie bitte? Es gibt doch nichts schöneres einem fremden Autofahrer die Ehre zu erweisen, seinen Egoismus zur Seite stellen und Ihm die Vorfahrt im Feierabendverkehr zu gewähren. Hmm, ok vielleicht ist es ein wenig übers Ziel hinausgeschossen, dies mit Egoismus zu vergleichen aber es geht in die Richtung, jedermann darf sich dazu natürlich seine eigene Meinung bilden. Mir geht es um die folgende Geste, in der Regel, wenn Sie jemanden die Vorfahrt gewähren, wird er oder sie sich mit einem Lächeln oder einem Hand wink erkenntlich zeigen. Genau von diesen Momenten rede ich, in diesem einen kleinen Moment ist man verbunden mit einem völlig fremden und genau diese kurzen, kleinen Momente dürfen nicht verloren gehen in unserer kalten Gesellschaft. All diese Momente sind kleine Rettungsanker damit unsere Gesellschaft nicht komplett erkrankt in Einsamkeit und Verbitterung.
 
Der Klassiker unter den Beispielen ist die Zugfahrt. Ich fahre sehr selten mit dem Zug, aber im Prinzip sehe ich jedes Mal das selbe Spielchen. Man betritt den Zug und in jedem vierer Abteil sitzt eine Person. Jeder will für sich allein sein, aus welchen Grund weiss ich nicht. Bestimmt ist es bei jedem ein wenig verschieden. Der eine hat Angst sich zu blamieren, der andere denkt vielleicht dass er den Ansprüchen des anderen nicht genügt und so weiter. Ich hingegen sitze meistens zu andern um einfach ausgedrückt die Reaktionen zu beobachten. Meistens erkenne ich eine Unsicherheit, ohh was will der, will der etwas von mir? Ich persönlich finde dies sehr erschreckend und genau gesagt ziemlich traurig. Wieso ist das so frage ich mich? Was kann man dagegen tun? Die Gesellschaft vereinsamt langsam aber sicher, lieber sitzt man allein in einem Zug als sich unter die anderen zu mischen, weil wir immer mehr unter Berührungsängsten leiden. Woher kommt das? War das immer so? Sie werden nie erfahren wie viele großartige Erlebnisse sie verpasst haben könnten, auch wenn es nur ein kurzer Augenblick war, ein kleiner Satz, ein Witz oder sogar eine Freundschaft fürs Leben. Ich bin der Überzeugung, dass man von jedem Menschen etwas lernen oder mitnehmen kann für sich selbst, für seine eigene Zukunft. Also wieso nächstes Mal nicht zu jemandem „Fremden“ sitzen anstatt sich mit dem Handy zu beschäftigen? Oder Anstatt die Zeitung zu lesen wo mehr oder weniger sowieso jeden Tag dasselbe erzählt wird.
Meine Frage ist weiterhin warum sich die Gesellschaft immer weiter voneinander entfernt, ich bin überzeugt davon, wenn es so weitergeht wird es bald ein Leben wie wir es kennen nicht mehr geben. Alles muss steril sein, Verabredungen nur noch per Partnervermittlung, Schule von zu Hause aus per Computer, im Haus wird alles elektronisch gesteuert werden über Stimmerkennung. Ok, Pause, vielleicht übertreibe ich jetzt erneut, aber täglich sehen wir in Filmen und Serien wie sich das Leben in der Zukunft technisch verändern wird. Alles wird computerisiert, Menschen werden ersetzt durch Maschinen und Menschen dürfen keine Fehler mehr machen. Wo führt das hin? Ich denke es gibt so viele Gründe dafür, dass man sich heutzutage auseinanderlebt, nicht nur in Beziehungen, sondern auch im Geschäftsleben. Man muss das Beste aus sich rausholen, besser sein als der andere den man eventuell nicht einmal richtig kennt. Konkurrenzkampf steht bei uns ganz oben, anstatt die Zusammenarbeit. Wir haben Zeit zu Hause zusammen zu kochen, das Essen wird in der Mikrowelle erwärmt und vor dem Fernseher gegessen anstatt mit seinem Partner, Bruder oder Mitbewohner sich zu Unterhalten. Die Zeit und das Interesse sind schlicht und einfach nicht mehr vorhanden, um zum Beispiel ein tolles Nachtessen zusammen zu kochen. Frischen Salat waschen, die Sauce dazu selbst machen, kleine Zwiebeln und Radieschen schneiden, all das geht verloren, obwohl das spezielle doch im Detail liegt. Den Tisch schön decken oder eine Kerze anzünden und das Nachtessen wird zu einem großartigen Erlebnis ohne grossen Aufwand. Wer backt Heutzutage schon noch ein Brot für das sonntägliche, gemeinsame Frühstück? Lieber decken wir uns mit Fast Food ein und verpassen es wirklich zusammen zu sein. Weiter hindern uns Dayli Soaps daran, uns mit Freunden zu treffen, weil man unbedingt sehen muss was als Nächstes passiert, wer mit wem Streit hat und so weiter. Ok darüber werde ich später noch schreiben. 
Der Respekt unter den Leuten geht verloren, es ist viel einfacher geworden Menschen zu verletzen, ja beinahe normal. Hier ein Treffen verschieben, sich da nicht melden. Viele kleine Dinge, die einen mit der Zeit abstumpfen und kälter werden lassen. Freundschaften und Beziehungen werden als selbstverständlich angesehen und nicht mehr gepflegt. Ein nettes Wort da, ein kleines Geschenk hier, dies alles geht unter im heutigen Alltag, Traditionen gehen verloren Tag für Tag. Der Respekt der Umwelt gegenüber geht verloren, hier eine Zigarette auf den Boden schmeissen, da ein Mc Donals Sack in den Wald geworfen. Warum? Wieso ist diese Respektlosigkeit heutzutage so normal geworden? Ich habe leider nicht auf alle Fragen eine Antwort, aber ich will anspornen zu nachdenken, zum Handeln. Es ist an der Zeit das etwas passiert, jeder Mensch kann sofort damit beginnen die Welt zu verbessern. Den Respekt zurückzugeben, den die Mitmenschen und die Natur verdient haben. Beispielsweise wenn man einen Raum verlässt, warum nicht zurückschauen, vielleicht steht da ja jemand hinter dir dem du die Türe aufhalten könntest. In den Einkaufscentren an der Kasse, jeder will der Erste sein, vordrängeln Hauptsache man ist vor den anderen. Wo bleibt der Respekt? 5 Minuten, die Man gewinnt, wenn überhaupt aber ein gestresstes gegenwertiges Dasein ist bestimmt schlimmer als 5 Minuten an der Kasse zu warten. Nutzt den Moment, um zu sehen was um euch passiert, jemand steht bestimmt in der unmittelbaren Nähe und könnte eure Hilfe oder ein nettes Wort gebrauchen.
In der U-Bahn aufstehen für einen älteren Mitmenschen? Das ist doch nicht zu viel verlangt? Letzte Woche war in Paris musste leider oft mit ansehen wie diese kleine Geste mehr und mehr verloren geht. Jedes Mal bin ich aufgestanden für eine handicapierte oder ältere Person und der Dank, den man erntet, nur den Blick dieser alten Frau, war für mich Lohn genug. Gleichzeitig hat es mich ein wenig bedrückt zu sehen wie überrascht Sie war nach dem ich Ihr den Platz überlassen habe. Natürlich habe ich jetzt keinen Oscar oder den Nobelpreis verdient, aber dieser älteren Dame habe ich eine Freude beschert, vielleicht konnte ich Sie von Ihren Schmerzen oder Ihren Gedanken einen kurzen Augenblick befreien, vielleicht wird Sie Ihrem Nachbar oder Ehemann davon erzählen oder sich einfach kurz vor dem Einschlafen daran zurück erinnern. Sie hat mir noch etwas sagen wollen, da ich aber leider kein Französisch verstehe, wusste ich nicht genau was. Aber Ihre sowie meine Körpersprache war mehr als genug Verständigung. Was hat es mich gekostet? Nichts, 10 Minuten stehen in der U-Bahn und ein lächeln. Und was habe ich daraus gewonnen? Viel, ich habe in diesem kurzen einen Augenblick mein Herz mit Liebe gefüllt, denn Liebe geben bedeutet Liebe erhalten.
 
Was ist mit den kleinen Gesten in Beziehungen? Morgens aufstehen, fluchend und mit schlechter Laune in den Tag starten. Wer kennt das nicht? Sollte es nicht ein Ziel sein, seinem Partner schon früh morgens zu zeigen wie dankbar man ist neben ihm aufwachen zu dürfen? Ihm dein wunderbarstes lächeln zu präsentieren? Ihn zu umarmen so dass Ihm fast die Luft zum Atmen wegbleibt? Ihm etwas Süsses vorsingt oder eine Tasse Kaffee ans Bett bringt? Wer ist nicht schon einmal aus dem Haus gegangen ohne sich richtig und herzlich zu verabschieden? Diese kleinen Gesten gehen so verdammt schnell verloren im Alltag und das darf einfach nicht passieren. Klar klingt, dass jetzt vielleicht etwas panisch oder übertrieben, aber jeder Tag, jede Minute, sogar jede Sekunde könnte theoretisch die letzte sein in deinem Leben. Es könnte möglich sein dass du den Menschen den du liebst, den du von ganzen Herzen liebst, für den du alles dir menschenmögliche tun würdest, dass du diesen Menschen heute Morgen zum letzten Mal gesehen und in den Armen gehalten hast. Wird man sich dessen nur ab und zu einmal bewusst und macht sich Gedanken, sollte sich sehr viel ändern. Kommst du abends nach Hause, hallo meine Liebe und schon bist du Verschwunden am PC, sitzt man vor dem Fernseher ohne sich richtig begrüsst zu haben und ohne deinem Geliebten Partner tief in die Augen geschaut zu haben und ihm von Herzen gesagt zu haben, dass ich dich vermisst habe. Ich habe oft den Satz gehört, dass wir uns nicht zu oft sagen sollen was wir empfinden oder dass wir uns nicht zu oft sagen sollen, dass ich dich liebe. Finde ich, dass dümmste was man tun kann, man sollte keinen einzigen Tag vergessen oder verpassen dem Menschen, den man tief im Herzen trägt zu sagen, dass man Ihn liebt. Es kommt auf die Art und Weise an wie wir es ausdrücken und wie wir es meinen. Wenn es von tiefstem Herzen kommt wird dies deine Geliebte oder dein Geliebter nie langweilig finden und es wird auch nie alltäglich. Es gibt sehr viele Wege einem Menschen zu zeigen, dass man ihn liebt, man darf es einfach nicht vergessen so wie es in vielen Beispielen der Fall ist. Eine kleine Überraschung hier, eine kleine Geste da bewirkt Wunder. Wir dürfen nie vergessen miteinander zu kommunizieren, sonst geht es ruck zuck und wir haben uns schon auseinandergelebt. Der Alltag darf nie eine zu grosse Rolle im Leben spielen, er saugt aus allem die Spannung, die Kraft und die Einzigartigkeit.
Vergesst nie euren Partner zum Lachen zu bringen, vergesst nie eurem Partner Streiche zu spielen, vergessen wir nie das Kind in uns. Lassen wir unseren Emotionen freien Lauf, wenn wir etwas erzählen möchten, dann tun wir dies richtig, mit Gesten, verschiedenen Stimmen oder Stimmlagen. Nicht auf eine monotone Art, wo selbst ein Kochrezept interessanter wirkt dagegen. Seien und bleiben wir uns selbst, verstecken wir uns vor nichts und machen etwas aus jedem einzelnen Moment. Unser Gegenüber wird es uns tausendmal danken und es ist ansteckend. Erinnern wir uns wieder und wieder an ganz tolle und spezielle Situationen, wo wir uns unbesiegbar vorgekommen sind. Das kann alles Mögliche gewesen sein, auf die Magie des Momentes kommt es an. Es kann bei einem Spaziergang im Wald sein, bei einem Essen in einem schicken Restaurant oder einem gemütlichen Abend zu Hause. Bei mir persönlich war es ein Konzert, vielleicht ein wenig kitschig, werden sich jetzt ein paar Leute sagen aber ich als grösster Robbie Williams Fan stehe gerne dazu. Für mich war dies der magischste Moment, den ich je erleben durfte. Für mich ein ganz besonderer Sänger, der mich schon mein ganzes Leben begleitet und eine ganz besondere Person, die mich begleitet hat. Diese Kombination machte mich unbesiegbar an diesem Abend und wenn ich zurückdenke, was ich sehr oft mache, stärkt mich dieser Gedanke in sehr vielen Lebenssituationen. An diesem ganz besonderen Tag war ich nicht einer von 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, ich war der eine ganz bestimmte Mensch. Ich hoffe, dass jeder von uns schon einmal oder mehrmals solche Momente erleben durfte und wenn nicht gehen wir raus und lassen diese Momente uns finden. Ich werde ihn immer schätzen und diesen einen ganz besonderen Menschen immer in Ehren halten, egal was kommen mag. Dieser eine Moment kann mir niemand mehr wegnehmen. Was ich damit sagen will, seht nur was solche Momente, wenn man Sie bewusst erlebt für Auswirkungen haben können. Es ist nicht zu beschreiben oder in Worte zu fassen, nicht mit Geld zu bezahlen oder zu kaufen. Es sind einzigartige Momente die Leben verändern können und ganz bestimmt Lebensgeschichte schreiben.